OKYLS STORY



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"Was ist passiert? Das ist doch Fletcher!" War er nicht bei der vermissten Patrouille gewesen? Wo war der Rest der Patrouille?" Ich wußte gar nichts mehr. Wir waren doch gar nicht weit vom Alten Lager entfernt! Ich spürte, wie die Panik sich langsam durch meine Eingeweide fraß...


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Meine Angst übernahm die Kontrolle. "Ich muß das Lager warnen." Ich hetzte zurück. "Die Garde wird den Schuldigen schon finden und zur Strecke bringen. Niemand tötet ungestraft ein Mitglied der Garde. Das war ein Angriff auf die Erzbarone selbst - unglaublich!" Schon von weitem rufend erreichte ich das Alte Lager.


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Scar selbst nahm die Sache in die Hand. Ich konnte es nicht fassen. Wir waren nun zu viert. Scar, zwei weitere Gardisten und ich waren ausgezogen, die Spur aufzunehmen. Ich war immer noch voller Angst. Doch was sollte ich machen? Scar wird schon wissen, was zu tun ist.
Allen Mut zusammennehmend zeigte ich Scar die Fundstelle und die Spuren, die in den Wald führten.


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Es war Nacht geworden. Wir waren der Spur eine lange Zeit gefolgt und wussten noch immer nicht, mit wem oder mit was wir es zu tun hatten. Was war das? Ein alptraumhaftes Brüllen war zu hören und als ich zu Tode erschrocken in die Richtung des Lärms starrte, gefror mir das Blut in den Adern. Alles, nur das nicht! Damit hatte ich nie gerechnet...


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Ein Shadowbeast!! Ich hatte noch nie zuvor eines gesehen und ich kannte auch niemanden, der eine Begegnung mit diesem Monstrum überlebt hatte. Es ging sofort zum Angriff über. Sein Sprung zielte direkt auf Scars Kehle. Scar wich zurück, und wenn er nicht so ein wendiger Kämpfer gewesen wäre, hätte ihn das Shadowbeast augenblicklich getötet. Ich war unfähig mich zu rühren, geschweige denn einzugreifen. Aus weiter Ferne hörte ich unsere Armbrustschützen fliehen. Scar setzte zum Gegenangriff an und der tödliche Tanz begann.


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Scar war gut. Einer der Besten. Er tänzelte um das Monster herum und wich gekonnt seinen mächtigen Prankenhieben aus. Immer wieder stieß er mit seinem Schwert nach dem Gegner. Doch seine Treffer schienen das Shadowbeast nur immer weiter zu reizen. Scar blutete aus vielen kleinen, kraftraubenden Wunden. Er strauchelte und das Shadowbeast traf ihn mit voller Wucht. Er verlor sein Schwert und fiel nach hinten, sofort war die Bestie über ihm. Ich stand immer noch wie angewurzelt daneben und sah, wie sie langsam ihren Kopf hob und in meine Richtung schaute...


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Die Angst traf mich wie ein Keulenschlag. Ich rannte so schnell wie noch nie in meinem Leben. Ich brach durch das Unterholz, nach links, rechts, durchs Gebüsch. Es war so finster, dass ich die Hand nicht vor Augen sah. Hinter mir das Shadowbeast, das immer näher kam. Da, eine Lücke zwischen den Bäumen! Ich hetzte auf sie zu und schlagartig wurde mir klar, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Vor mir ein Abgrund, rechts und links Felsen. Ich zögerte keinen Augenblick und sprang in den schwarzen Abgrund. Das Letzte, was ich hörte, war ein ohrenbetäubendes Brüllen.


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Ich fiel in die Dunkelheit, sah die Wasseroberfläche erst, als ich aufkam. Das Wasser verschlang mich und ich verlor die Orientierung. Verzweifelt versuchte ich an die Oberfläche zu gelangen - Da! Ich sah Mondlicht. Ich hielt es nicht mehr aus, riss den Mund auf und saugte die frische, kühle Nachtluft ein, dann spürte ich, dass ich am ganzen Leib zitterte. Ich schleppte meinen Körper mit all meiner letzten Kraft zum Ufer und blieb, mein Gesicht fest in den Uferschlamm gedrückt, dort liegen, bis ich Schritte hörte. Ich blickte auf und sah einen großen Kerl der mich musterte, sein Blick blieb für einen Moment an meiner Uniform hängen, dann streckte er seine Hand aus, um mir hoch zu helfen.


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Ich rappelte mich auf und kaum, dass ich stand, fuhr mir ein Schreck durch die Glieder. Im Licht einer Fackel sah ich da vier fiese Kerle, bis an die Zähne bewaffnet, die näher traten. Einer von ihnen, es schien ihr Anführer zu sein, richtete seine Armbrust auf mich und bellte: "Was treibst Du hier, Gardist?" und spuckte verachtend auf den Boden.


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"Los, mitkommen!" Ihr Anführer, Lee, schaute mich mit stechendem Blick an. Sie waren ganz eindeutig Söldner, Angehörige des Neuen Lagers und somit auf mich, einem Gardisten, nicht wirklich gut zu sprechen. Die Vier nahmen mich in ihre Mitte und marschierten los. An Flucht war nicht zu denken. Dieser Gang ins Ungewisse erinnerte mich daran, wie ich nach der Gerichtsverhandlung unverzüglich zum Rand der Klippe gebracht und in dieses Gefängnis geworfen wurde. Ich war wie betäubt, wieder einmal wusste ich nicht, wohin ich ging und was mich erwartete...


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"Der gleiche Gestank wie bei uns im alten Lager", fuhr mir als erstes durch den Kopf, als wir das Camp erreichten. Neben einem gestauten kristallklaren Bergsee lag in einer riesigen Berghöhle das Neue Lager. Es wirkte gut zu verteidigen, bot Sicherheit, die Wärme der Feuer ging nicht verloren und der Rauch hatte genug Platz zum entweichen. Viele Augenpaare musterten mich aufmerksam, versuchten zu erkennen, ob ich Freund oder Feind war. Wie sollten sie es, ich wusste es ja selber nicht.


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Ich stand und schaute auf Lee, der lässig auf einem Hocker saß und mich eindringlich musterte. Bei ihm waren Lares, der Typ, der mich aus dem Wasser gefischt hatte und ein Magier in blauer Robe, der sich im Hintergrund hielt. Lee begann mir Fragen zu stellen, einige die direkt mit meiner feigen Flucht aus dem Alten Lager zusammenhingen aber auch Fragen, die scheinbar nichts damit zu tun hatten. "Wo führte dieses Gespräch hin?" - Ich wusste es nicht, aber mir war klar, dass sich jetzt und hier meine Zukunft entscheiden würde. Aber Lee schien mit meinen Antworten nicht unzufrieden zu sein...


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Plötzlich fand ich mich zusammen mit Lee, Lares und dem Magier auf dem Dorfplatz wieder. "Hör zu Lares, Gjan ist längst überfällig. Er wollte gestern Abend zurück sein, aber ist bisher nicht wieder aufgetaucht. Finde heraus, wo er steckt. Finde ihn."Lares nickte zustimmend, wandte sich doch noch einmal an Lee: "Okyl kommt mit mir", sprach er bestimmt. Lees Blick schien mich zu durchbohren, er überlegte. "Gib dem Mann eine Waffe und andere Kleidung. Dann macht Euch auf den Weg!" Ich bekam einen mit Nägeln versehenen Streitkolben und Lares besorgte mir was zum Anziehen. Nach außen hin sah ich nun aus wie ein Organisator. Merkwürdiges Gefühl. Ich hatte offensichtlich ein neues Zuhause. Wir zogen los.


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Wir fanden Gjans Lagerplatz. Es hatte einen Kampf gegeben. Lares fand die Spuren von mehreren Männern, die vom Lagerplatz aus Richtung Osten fortführten. Wir folgten ihrem Weg, bis wir an den Fuß eines Berges kamen. Sie hatten ihr Lager in einem Waldstück in der Nähe des Berges aufgeschlagen. Ihre Wachen waren nicht besonders aufmerksam, man konnte sie schon von weitem hören. Wir schlichen uns heran. Hinter einen großen Baumstumpf gekauert, beobachteten wir die Banditen. Wir hätten sie fast berühren können...


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Mein Kehle war wie zugeschnürt. Ein falscher Blick, das kleinste Geräusch und wir würden entdeckt. Ich hielt die Luft an und beobachtete das Treiben der sechs Gestalten im Flackern des Lagerfeuers. Es kam Leben unter die Banditen. Ihr Anführer, ein Riese von einem Mann mit einer riesigen Kampfaxt schien beunruhigt. "Ihr Zwei! Los, sucht die Gegend ab. Das Neue Lager wird etwas unternehmen. Ich trau dem Braten nicht." Zwei der Banditen griffen sich ihre Waffen und verließen die Lagerstätte der Abtrünnigen. Lares wandte sich zu mir: "Das ist unsere Chance. Sie sind nur noch zu viert."


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Ohne eine Antwort abzuwarten, packte Lares seine Axt und sprang über den Baumstumpf, der uns Deckung bot. Einen Banditen erledigte er mit einem Sprungtritt in den Rücken, gefolgt von einem tödlichen Axthieb direkt in den Kopf. Er ging sofort nieder. Die anderen Drei schienen nicht im mindesten überrascht. Sie wirbelten herum und zogen ihre Waffen. Ich war unfähig Lares zu folgen. Ich würde sterben, das war mir klar. So sah ich, in meinem sicheren Versteck sitzend, wie Lares weiter vorpreschte.


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Lares war von den Banditen umringt. Er duckte sich, parierte und versuchte Treffer anzubringen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann er verlieren würde, sie waren zu viele. Die Situation war aussichtslos: Der Anführer vor ihm, bereit zur Attacke, von hinten kam einer der Banditen, in der Hand einen mächtigen Streitkolben. Ich reagierte ohne nachzudenken, zog meine Waffe und sprang mit einem mächtigen Sprung mitten ins Gemetzel um Lares zur Seite zu stehen.


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Der Kampf dauerte nicht lange. Den Einen hatte ich bei meinem Sturmangriff sofort getötet. Rücken an Rücken stehend erledigten wir auch bald die anderen Banditen. Plötzlich war keiner mehr da, ich konnte es noch gar nicht glauben. Völlig ausgepumpt stand ich da, die blutverschmierte Waffe in der Hand. Der Schweiß brannte in den Augen. Lares drehte sich zu mir um und streckte mir seine Hand entgegen: "Danke, ich wusste Du würdest mich nicht im Stich lassen." Ich war sprachlos. Er hatte mir blindlings vertraut und ich hätte ihn beinahe enttäuscht. Es war wie immer, wenn es ernst wurde war ich unfähig zu handeln.


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"Wir können fähige Männer gut gebrauchen, willst Du nicht bei uns im Neuen Lager bleiben? Ich habe sehr viel Einfluss bei den Organisatoren und wenn Du willst kann ich ein gutes Wort für Dich einlegen." Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Gestern war ich noch ihr Gefangener und heute sollte ich zu Ihnen gehören. Die Geschehnisse der letzten Tage kamen mir in den Sinn. Es war so viel passiert: Scars Kampf gegen das Shadowbeast und meine feige Flucht aus dem Alten Lager, meine Gefangennahme durch Lee und Lares und jetzt der Kampf gegen die Banditen. Sollte ich Lares Angebot annehmen, hatte ich das Recht dazu? Sie würden sich auf mich verlassen, würde ich sie auch enttäuschen, wie ich alle bisher enttäuscht hatte...


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Die Frage quälte mich den gesamten Rückweg zum Neuen Lager. Wie sollte ich mich entscheiden? Sollte ich dem Neuen Lager beitreten, oder sollte ich weiter alleine durch die Lande ziehen? Was würde passieren, wenn ich alleine blieb? Kein Mensch konnte in dieser verdammen Welt alleine lange überleben.
Ich beobachtete Lares und Gjan, die ein paar Meter voraus gingen. Sie schienen unbeschwert und lachten ständig. Ich wollte daran teilhaben, konnte es aber nicht, ich gehörte nicht dazu. Meine schwermütigen Gedanken wurden von lauten Jubelrufe unterbrochen. Wir waren da. Ich hatte das Gefühl, als wenn das halbe Lager auf uns zugelaufen käme. Ich wurde als Retter Gjans gefeiert.


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Es wurde eine ausgelassene Feier, die für uns, die Retter von Gjan abgehalten wurde.
Irgendwann, zu später Stunde kam Lares auf mich zu. Sein Gesicht war gerötet von zuviel Alkohol und dem übermäßigen Genuss von Rauschkraut.
Er sah mich an: "Okay, wie hast Du dich entschieden?" Seine Worte drangen wie scharfer Stahl in meine Gedanken und beraubten mich jeder guten Laune. Mir war klar, ich musste mich jetzt entscheiden. "Ich bin dabei."
Die Antwort kam ohne nachzudenken und kaum hatte ich es gesagt lief mir ein kalter Schauer über den Rücken und in meinem Magen formte sich ein mächtiger Kloß, wir war schlecht.
Lares sah mich an und grinste: "Lass uns trinken." Er trank seinen Reisschnaps mit einem Zug aus. Ich tat es ihm nach. Der bittere Geschmack des Getränkes schaffte es nicht einmal Ansatzweise meine Zweifel zu betäuben.
"Dein Gesellenstück hast Du ja schon gemacht, jetzt werden wir uns mal der Meisterprüfung widmen.
Morgen werden wir beide ins Alte Lager schleichen und den Erzbaronen das Erz der letzten Woche klauen." Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Das konnte er nicht ehrlich meinen.


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Ich hatte keine Wahl, ich musste ihn begleiten. Ich konnte nicht schon wieder davonrennen. In Gedanken sah ich mich als Gardist mit meinen Kameraden feiern. Das waren mal meine Freunde. Ich hatte sie im Stich gelassen und bald würde ich sie berauben. Aber diesmal würde ich nicht kneifen, diesmal würde ich die Leute, die Vertrauen in mich setzten, nicht im Stich lassen. Ich war kein Gardist mehr. Jetzt war ich Organisator. Wir brachen gegen Mittag auf und kamen gegen Abend in die Nähe des Alten Lagers. Da stand ich nun. Auf einem Hügel unweit des Alten Lagers und schaute auf das große, gut bewachte Haupttor. Wie oft hatte ich dort gestanden.
Ein seltsames Gefühl. "Sieh sie Dir an. Sie sind sadistische Schweine, für eine Mahlzeit mit den Erzbaronen würden sie ihre Kameraden umbringen."
Ich wusste, dass Lares recht hatte. Sie waren nie meine Freunde gewesen. Die Erkenntnis schmerzte, doch sie gab mir auch Kraft. "Ich weiß wie wir reinkommen. Der Hintereingang ist nur von einem Gardisten bewacht. Wenn wir Glück haben, können wir an ihm vorbeischleichen."
"Gehen wir!" Ohne ein weiteres Wort lief Lares los.
Ich folgte ihm.


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Wir mussten das Lager umkreisen um zum Hintereingang zu kommen. Ich wusste, dass auf diesem Posten sehr viel geschlafen wurde. Er war einfach zu langweilig. Dort passierte nie etwas. Ich habe nie verstanden, warum sie nicht einfach das Tor schlossen. Der Hintereingang war ein eingestürzter Turm. Die noch vorhandenen Turmmauern warfen tiefschwarze Schatten und hüllten uns in Dunkelheit. Die Wache war keineswegs eingeschlafen, sondern lief vor dem Tor auf und ab. Ich blickte mich zu Lares um: "Was sollen wir machen?" Wortlos guckte er an mir vorbei zur Wache: "Warten!" Es dauerte etwa 20 Minuten, bis die Chance da war. Der Wachposten stand mit dem Rücken zum Tor und erleichterte seine Blase. Jetzt oder nie fuhr es mir durch den Kopf... Leise schlichen wir zum Tor. Ich war nervös, ich fürchtete mein Herzschlag würde die Wache alarmieren. Doch sie bemerkte uns nicht. Wir waren drin.


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Wir waren in der Nähe des Marktplatzes und hatten uns in die Büsche geschlagen. Aus der Ferne sahen wir eine weitere Wache über den Platz in unsere Richtung kommen. Wir duckten uns noch tiefer in die Büsche. Der unangenehme Geruch von Urin stieg mir in Nase. Ich musste würgen. Die Wache kam immer näher. Sie musste mich unweigerlich hören. Lares spannte sich. Er krümmte sich wie ein Bogen, bereit vorzuschnellen und alles zu töten, was sich ihm in den Weg stellt. Die Wache kam um die Ecke und Lares sprang auf. Wie ein Raubtier auf der Jagd, schnellte er vorwärts und legte sein gesamtes Gewicht in einen Fausthieb gegen den Kehlkopf des Gardisten. Er hatte keine Chance. Er fiel um und versuchte noch etwas zu brüllen, bevor er sein Bewusstsein verlor. Doch er schaffte es nicht, kein Laut kam über seine Lippen. Wir waren weiter unbemerkt.


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Wir zogen den Gardisten in die Büsche und machten uns auf den Weg zur Burg, die wie ein mächtiger Berg inmitten des Lagers stand. Es gab eine Bresche in der Burgmauer, durch die die Erzbarone ihren Abfall warfen. Von da aus würden wir in das Innere der Burg gelangen. Lares ging voran und führte mich durch Unmengen von stinkendem Abfall. Lares zeigte wortlos auf eine schwarze Öffnung in der Mauer und begann auf eine verlassene Hütte zu klettern, die sich unter der Öffnung befand. Ich lehnte mich an die Mauer und Lares zog sich, auf meinen Schultern stehend zur Öffnung hoch. Oben angekommen, reichte er mir seine Hand und zog mich hinauf. Wir waren in das allerheiligste des Alten Lagers eingedrungen, wir waren in der Burg.


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Wir schlichen durch endloslange Gänge. Vorbei an der Küche und Vorratskammern. Durch eine Versorgungsluke in der Decke gelangten wir auf den Burghof. "Hier entlang! Dort bei den Ställen." Lares wusste genau wo er hin musste. Er schien dem Alten Lager schon öfters mal einen Besuch abgestattet zu haben.
Geduckt, jeden Schatten ausnutzend rannten wir über den Hof. Es war niemand zu sehen. Aus den Fenstern drangen undeutliche Stimmen nach draußen.
Vor dem Haus der Erzbarone standen zwei Wachen, aber sie waren weit entfernt, zu weit um uns zu entdecken. Es dauerte keine Minute, bis Lares die mächtige Holztür vor dem Erzlager geknackt hatte.
In dem Raum befanden sich zwei große, mächtige Eichentruhen. "Da ist es." Dies waren die Erzvorräte des Alten Lagers, jeder hier im Knast würde ohne nachzudenken für dieses Erz töten. Ich stellte mir vor, was passieren würde, wenn Gomez morgen erfahren würde, dass sein Erz geklaut wurde... Ich ging zu einer der Truhen und öffnete sie. "Was ist hier los?" Wie aus dem Nichts war eine Wache in der Tür erschienen und war gerade im Begriff ihr Schwert zu ziehen. Lares wirbelte herum und rannte auf die Wache zu: "Los, weg hier."


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Lares ging zum Sturmangriff über. Noch bevor er seine Waffe gezogen hatte, war er beim Gardisten. Er riss ihn einfach zu Boden. "Los mach schon, wir müssen verschwinden!" Die Wache lag am Boden und rief um Hilfe. Ich ließ die Truhe Truhe sein und sprang auf.
Wir rannten auf den Burghof. Alles leer, nur von der Kaserne kamen fünf verschlafen aussehende Soldaten in unsere Richtung. Es gab keinen Ausweg; um zum Tor zu kommen, mussten wir an den Gardisten vorbei und einen anderen Ausgang gab es nicht. "Zum Schlund!" Ich rannte auf die Stelle zu, wo einst der Turm gestanden hatte. Dort ging es steil mehrere Meter bergab.
Lares verstand mich sofort und schloss schnell auf. Wir waren in etwa gleichauf als wir sprangen. Ich konnte keinen Boden sehen, es war zu dunkel, aus der Ferne hörte ich noch die Schreie unserer Verfolger. Dann schlug ich auf.


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Es war ein harter Sturz. Zum Glück landeten wir auf einigen Büschen, die unseren Sturz bremsten. Ich ignorierte den Schmerz und rappelte mich auf. Lares stand schon. Wir liefen los, Richtung Haupttor. Die Wachen würden keine Eindringlinge vom Inneren des Lagers erwarten. Mit ein bisschen Glück konnten wir einfach an ihnen vorbeirennen. Es klappte. Die Wachen hatten ihre Schwerter noch nicht gezogen, da waren wir schon an ihnen vorbei. Wir hatten es geschafft, bei der Dunkelheit konnte uns im Wald niemand finden und bis zum Morgengrauen würden wir wieder im Neuen Lager sein.


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Scar kochte vor Wut. Wie konnte dieser Wurm es wagen, ihn, den besten Kämpfer des Alten Lagers, in seinem eigenen Lager zu beklauen. Er verspürte Hass. Hass war ein ständiger Begleiter seines Lebens. Hass hatte ihn in diesen Knast gebracht und Hass hatte ihn in seine Position gebracht. Er war der persönliche Leibwächter des mächtigsten Mannes innerhalb der Barriere. Niemand bestiehlt ihn, niemand durfte es wagen ihn zu verhöhnen. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Das wird Konsequenzen haben. Dafür würde er persönlich sorgen.